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Newsletter
Gewerbe Januar 2019




Fallstricke bei Sachversicherungen und Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG)

Es gibt zwei Ereignisse, die einen Versicherungsnehmer besonders ärgern: Zum einen, wenn er jahrelang Versicherungsprämien für sein Unternehmen bezahlt und er dann im Schadenfall trotzdem nur eingeschränkt oder sogar gar nicht entschädigt wird. Zum anderen, wenn die Rente trotz zusätzlicher Vorsorge nicht reicht, um den Lebensstandard zu halten. Damit Sie und Ihre Mitarbeiter keine bösen Überraschungen erleben, stellen wir Ihnen in unserem aktuellen Newsletter einige Stolpersteine vor, die es im Bereich der gewerblichen Sachversicherungen gibt. Darüber hinaus erfahren Sie, welche Änderungen sich für die betriebliche Altersvorsorge durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BDGS) ergeben.


Fallstricke bei der gewerblichen Sachversicherung

Um im Schadenfall keine bösen Überraschungen zu erleben, ist es hilfreich, wenn Sie einige Hürden aus dem Bereich der gewerblichen Sachversicherungen kennen:

1. Unterversicherung
Beim Abschluss einer Inhaltsversicherung wird der Wert der vorhandenen Betriebseinrichtung häufig nur geschätzt. Bei Gebäuden wird er oft einfach vom Vorvertrag übernommen. Wichtig ist aber, dass Sie Neuanschaffungen, bauliche Änderungen etc. zeitnah bei uns melden. Denn sonst kann der tatsächlich vorhandene Wert von dem, den man abgesichert hat, schnell abweichen. Das Problem: Im Schadenfall wird grundsätzlich nur in dem Verhältnis erstattet, zu dem Sie auch versichert sind.

2. Neuwertentschädigung
In der Regel erhalten Sie aus Ihrer Inhaltsversicherung im Schadensfall genug Geld, um alles Zerstörte neu anschaffen zu können. Deshalb haben Sie ja auch den Neuwert bei der Versicherungssumme angegeben. Das gilt allerdings nur, wenn der Zeitwert noch über 40 % des Neuwertes liegt. Darunter wird nur noch der Zeitwert erstattet – der reicht für eine Neuanschaffung natürlich nicht mehr aus.

3. Sicherungen
Ab bestimmten Versicherungssummen oder auch grundsätzlich für einige Branchen werden regelmäßig bestimmte Sicherungen vertraglich vereinbart. Meist handelt es sich dabei um Alarmanlagen oder Installationen der Brandbekämpfung. Auch einfachere Dinge wie bündige Türschlösser oder eine Mindestlänge des Schließriegels fallen unter den großen Oberbegriff der Sicherungen. Ist eine vereinbarte Sicherung nun in Wirklichkeit gar nicht vorhanden, funktioniert nicht oder wird nicht aktiv geschaltet, ist dies bei entsprechender Kausalität ein guter Grund, die Entschädigungsleistung drastisch zu kürzen.

4. Grobe Fahrlässigkeit
Wer die nötige Sorgfalt außer Acht lässt, dessen Handeln wird schnell – und vor allem bei großen Schäden – in die grobe Fahrlässigkeit geschoben. Je nach Schweregrad des (Mit-)Verschuldens kann der Versicherer die Entschädigungsleistung bei einem Schaden kürzen. Da genügt schon ein vergessenes, gekipptes Fenster, das dem Einbrecher nachts einen einfacheren Einlass in den Betrieb ermöglicht.

In den beschriebenen Fällen kann es um mehrere Tausend Euro gehen – oder gar darum, dass Sie den Schaden komplett alleine tragen müssen.

Um diese aufgezeigten Probleme zu minimieren, bieten wir Ihnen als Ihr Versicherungsmakler Produkte an, die Sondervereinbarungen mit den Versicherungsgesellschaften beinhalten. Wir werden Ihre bestehenden Versicherungsverträge auf die aufgeführten Leistungen hin prüfen. Falls notwendig leiten wir die entsprechenden Schritte ein, um diese Leistungen einzuschließen. Dadurch wird das Risiko böser Überraschungen im Schadenfall minimiert. Trotzdem sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen – zeigen Sie uns Neuanschaffungen, bauliche Veränderungen, neue Warengruppen usw. immer zeitnah an.

Wenn Sie Rückfragen zu Ihren gewerblichen Versicherungen haben oder Fragen zu Ihren Obliegenheiten als Versicherungsnehmer, kommen Sie jederzeit auf uns zu oder nutzen unseren Rückrufbutton. Wir beraten Sie gerne.


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Betriebliche Altersversorgung - Verbesserungen durch das BRSG

Dass die gesetzliche Rente im Alter nicht reicht, um den gewohnten Lebensstandard zu halten, ist mittlerweile allgemein bekannt. Mit dem am 01.01.2018 in Kraft getretenen Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) verbessert der Staat die Rahmenbedingungen für die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Das betrifft sowohl bestehende Vorsorgeverträge als auch neue. Damit wird es für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer attraktiver und einfacher, für ihr Einkommen im Ruhestand Kapital aufzubauen. Dabei folgt das BRSG dem Grundsatz: Eigenvorsorge soll sich lohnen!

Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach: Das BRSG besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil betrifft bereits bestehende Regelungen zur Betriebsrente. Unter anderem wurden folgende Änderungen getroffen:

1. Freibetrag Grundsicherung
Das gilt für Leistungen aus einer zusätzlichen Altersversorgung, das heißt aus einer betrieblichen Altersvorsorge, Basisrente oder einem Riester-Vertrag. Bisher wurden diese Leistungen auf die staatlich zugesicherte Mindestversorgung (Grundsicherung) angerechnet. Nun wird ein Freibetrag eingeführt, damit nicht mehr die volle zusätzliche Altersrente angerechnet wird. Zukünftig bleiben Renten von bis zu 208 EUR monatlich unberücksichtigt (Freibetrag) und die Rentner haben mehr von ihrer zusätzlichen Vorsorge und damit mehr Geld zur Verfügung.

2. Erhöhung des Förderrahmens
Bisher konnte ein Arbeitnehmer jährlich bis 4 % der Beitrags-bemessungsgrenze in der Rentenversicherung (BBG) steuer- und sozialversicherungsfrei in eine Betriebsrente einzahlen. Zusätzlich weitere bis zu 1.800 EUR steuerfrei, wenn kein Vertrag mit Pauschalversteuerung nach § 40b EStG a. F. bestand. Das BRSG hat den Förderrahmen von 4 auf 8 % der BBG erweitert. Im Jahr 2019 entspricht das einem Beitrag von 6.432 EUR (BBG West). Der zusätzliche Steuerfreibetrag von 1.800 EUR pro Jahr wurde abgeschafft, die Begrenzung der Sozialversicherungsfreiheit auf 4 % der BBG bleibt aber auch weiterhin bestehen. Beiträge zu einer pauschal versteuerten Direktversicherung nach § 40b EStG a. f. werden von den 8 % der BBG abgezogen.

3. Förderung von Geringverdienern
Arbeitnehmer mit einem Einkommen von max. 2.200 EUR brutto im Monat erhalten für den Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung eine zusätzliche, wenn auch indirekte Förderung vom Staat. Richten Arbeitgeber für diese Mitarbeiter eine neue betriebliche Altersvorsorge ein und zahlen jeweils mindestens 240 EUR im Jahr ein (höchstens 480 EUR), erhalten Sie dazu einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 30 % des eingezahlten Beitrags.

4. Verpflichtende Weitergabe der Sozialversicherungsersparnis
Wenn ein Arbeitnehmer einen Teil seines Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge umwandelt, muss sein Arbeitgeber einen pauschalen Zuschuss in Höhe von 15 % des Umwandlungsbetrags zahlen, wenn er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart. Dies gilt für neue Entgeltumwandlungen ab dem 01.01.2019 und für bestehende betriebliche Altersvorsorgeverträge ab dem 01.01.2022.

5. Opting Out
Bei tarifgebundenen Unternehmen kann ab dem 01.01.2018 ein sog. „Opting Out“-Modell angewendet werden. Bisher mussten sich Arbeitnehmer aktiv für den Abschluss eines betrieblichen Altersvorsorgevertrags entscheiden. Opting Out kehrt diese Systematik um: Für jeden Beschäftigten des tarifgebundenen Unternehmens wird zu einem definierten Zeitpunkt (i. d. R. nach Ende der Probezeit) ein betrieblicher Altersvorsorgevertrag eingerichtet. Nur wer aktiv widerspricht, nimmt nicht an der „automatischen“ Entgeltumwandlung teil. Nicht tarifgebundene Unternehmen können sich an diese Regelung anlehnen.

Der zweite Teil des BRSG, das „Sozialpartnermodell“, ist neu: Das BRSG ermöglicht Tarifvertragsparteien, also Arbeitgebern/ Arbeitgeber-verbänden und Gewerkschaften, eine Vereinbarung über eine betriebliche Altersvorsorge in einen Tarifvertrag aufzunehmen. Dieses Sozialpartnermodell gilt dann in allen Unternehmen, die dem entsprechenden Tarifvertrag unterliegen. Die darin geregelte betriebliche Altersvorsorge muss dann u. a. die folgenden Bedingungen erfüllen:

1. Reine Beitragszusage
Bei der reinen Beitragszusage garantiert der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer die Zahlung eines bestimmten Beitrags in seinen Altersvorsorgevertrag. Für die Höhe der daraus resultierenden Altersrente gibt es keine Garantie. Um ein bestimmtes Versorgungsniveau zu erreichen, kann im Tarifvertrag ein zusätzlicher Sicherungsbeitrag vereinbart werden, den allein der Arbeitgeber bezahlt.

2. Verpflichtender Arbeitgeber-Zuschuss
Im Sozialpartnermodell muss der Arbeitgeber bereits ab dem 01.01.2018 bei einer Entgeltumwandlung einen Zuschuss von 15 % auf den Umwandlungsbetrag in den Vertrag zahlen, wenn er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart.

3. Anlage und Sicherung der Beiträge
Das Sozialpartnermodell kann in Form der drei Durchführungswege Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds angewendet werden. Die Beiträge müssen in einem separaten Anlagestock oder Sicherungsvermögen angelegt werden. Für die Leistungen aus diesen Beiträgen dürfen weder der Arbeitgeber noch die mit der Durchführung beauftragte Versorgungseinrichtung Garantien aussprechen. Die verbesserten Rahmenbedingungen für die betriebliche Altersversorgung betreffen alle Unternehmen sowie alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die bereits Vorsorgeverträge abgeschlossen haben oder beabsichtigen, über die betriebliche Schiene ein zusätzliches Einkommen für ihr Alter aufzubauen.

Gerne informieren wir Sie über Ihre individuellen Möglichkeiten, sei es als Arbeitgeber oder als Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer. Kommen Sie einfach auf uns zu oder nutzen Sie unseren Kontaktbutton.


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